Kapselendoskopie
Bei dieser neuen Technologie wird eine 26 x 11 mm große Kapsel geschluckt, die für medizinische Untersuchungszwecke von der Fa. GIVEN Imaging® zusammen mit Herrn Prof. Paul Swain / London entwickelt wurde. Sie enthält eine Chip-Kamera, die über einen Zeitraum von gut 6 Stunden Bilder mit einer Frequenz von 2 pro Sekunden an ein Empfangsgerät sendet. Die Kapsel durchwandert den Magen-Darmtrakt und wird auf natürlichem Wege ausgeschieden.
Die Bilder werden von einem Aufnahmegerät, das die betreffende Person während der Untersuchung an einem Gürtel bei sich trägt, gespeichert und im Anschluss daran durch ein Computerprogramm als Film für eine Auswertung vorbereitet.
Prinzipiell kommt die Kapseluntersuchung bei allen Erkrankungen des Dünndarms, die mit herkömmlichen Untersuchungsmethoden nicht oder nicht ausreichend geklärt werden können, zum Einsatz. Hierzu gehören insbesondere:
- Unklare Blutungen aus dem Magen - Darmkanal (Angiodysplasien, Varizen, Polypen)
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, z. B. „Morbus Crohn"
- Familiäre Polyposis Syndrome (FAP, Peutz-Jeghers-Syndrom und andere)
Es können nur Patienten untersucht werden, bei denen keine Engstellen im Darm (Stenosen) zu befürchten sind.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist das Verfahren aufgrund der fehlenden Luftfüllung und der kurzen Verweildauer im Magen und Kolon noch nicht geeignet, die herkömmliche Endoskopie des Magens und des Dickdarms zu ersetzen. Gewebeproben (Biopsien) können nicht gewonnen werden. Die endoskopischen Standardverfahren Gastroskopie und Koloskopie sind in Speiseröhre, Magen und Kolon der Kapselendoskopie in der diagnostischen Genauigkeit deutlich überlegen.
Da die Kostenübernahme durch die Krankenkassen noch nicht garantiert ist, sollte diese vor der Untersuchung mit der Krankenkasse geklärt werden.
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